Das Projekt „Bachforelle“ gilt seit 2014 als eines der wichtigsten Langzeitprojekte der Fischerfreunde Haimhausen. Der Verein will mit diesem Projekt seinen Teil dazu beitragen, den natürlichen Bestand an Bachforellen am Schwebelbach aufrecht zu erhalten bzw. diesen zu etablieren. Die Platzwahl fiel 2021 nicht wie schon so oft auf „Oberer Fretzgraben“ sondern auf die Umgehungsrinne am Schwebelbach an der früheren Marienmühle. Vor Jahren konnte man hier schon einen guten Erfolg verzeichnen. Das zum Ausbrüten verwendete System der Brutboxen war 2021 jedoch neu. Es handelte sich nicht wie sonst üblich, um ein fest im Gewässerboden verankertes Rohr, das die Brutboxen beinhaltet und schützt.

Bachforelleneier (orange) in der Fischzucht

Bachforelleneier (orange) in der Fischzucht

Befüllen der neuen Brutbox mit Bachforelleneiern

Befüllen der neuen Brutbox mit Bachforelleneiern

Diesmal kam eine aufwendige, selbst gebaute, schwimmende Konstruktion zum Einsatz, die von Seilen in der Strömung gehalten wird. In der Mitte der schlittenförmigen Konstruktion aus PE-Abflussrohren wird in diesem System die Brutbox einfach in einen Holzrahmen eingehängt. Das hat viele Vorteile.

Das System kann auch in tieferen Bereichen des Gewässers installiert werden. Aufwendige Haltevorrichtungen sind nicht nötig. Zudem ist die Versorgung mit sauerstoffreichem Wasser gesichert. Durch die große Distanz zum Boden kann weniger Substrat in die Brutboxen gelangen, was den empfindlichen Eiern schaden könnte.

Die Bachforelleneier wurden täglich kontrolliert, um abgestorbene Eier zu entfernen. Beim Bau der Vorrichtung ließ sich der 2. Vorsitzende Günter Stanglmeier, von Berichten und Informationen aus dem Internet inspirieren.

Er betreut das Projekt „Bachforelle“ schon seit Jahren. Die 5000 beäugten Bachforelleneier hatte man am 27.12.2021 aus einer nahe gelegenen Fischzucht abgeholt. Damit war ein kurzer Transportweg garantiert.

Letzteres ist sehr wichtig für die extrem empfindlichen Bachforelleneier. Die Wassertemperatur betrug zwischen 2 und 6º C. Wie hoch die Schlupfrate diesmal ist und ob die Wahl des Platzes tatsächlich besser ist, wird sich noch zeigen.Eine Untersuchung des Amperl im Jahr 2021 hat ergeben, dass das Amperl eine mögliche Alternative zum Schwebelbach sein könnte. Zumindest in Jahren mit normalen Niederschlagsmengen sind dort die Bedingungen nahezu optimal. Viele Fische nutzen das Amperl als Laichplatz. In extrem trockenen Sommern oder Jahren mit stark wechselndem Niederschlag kann es durch mögliche Pegelschwankungen bis hin zur Austrocknung einzelner Bereiche zu einer Gefährdung des Erfolgs kommen. Folglich müsste zunächst gewährleistet sein, dass auch in trockenen Jahren genügen Wasser das Amperl durchströmt.

Text/Fotos: Boris Baumann