2019 und 2020 hatte der Verein über seine Beteiligung am Artenhilfsprogramm auf seiner Website über den Besatz der Amper mit gefährdeten Fischarten berichtet. Die Förderperiode des 2016 gestarteten Artenhilfsprogramms, kurz AHP, sollte 2020 eigentlich auslaufen, wurde jedoch um ein Jahr verlängert.

Fischerfeunde Haimhausen e.V., AHP, Besatz 2021

AHP 2021, Besatz von Barben, Nerflingen und Nasen an der Amperlmündung

Fischerfreunde Haimhausen e.V., AHP 2021, Juveniler Huchen, Amper

AHP 2021, Juvenile Huchen für die Amper

Fischerfreunde Haimhausen e.V., AHP 2021, Adulte Rutte, Amper

Ergebnis: Adulte Rutte, Fang beim Kontrollfischen (Elektrofischen)

So konnten auch in diesem Herbst 310 Barben, 450 Nasen, 250 juvenile Nerflinge, aber auch 27 Huchen und 900 Quappen aus Fischzuchtbetrieben bestellt werden. Bei allen Arten handelt es sich um juvenile Fische, die wie schon in den Jahren zuvor aus Fischzuchten stammen, die in enger Verbindung mit dem Landesfischereiverband Bayern e.V. und Landesfischereiverband Oberbayern e.V. stehen.

Der kontinuierliche Besatz scheint sich zumindest auf die Population der Quappen, auch Rutten genannt, auszuwirken. So berichtet Friedrich Göbl in seiner Masterarbeit „Fischbestandserhebung und Erhebung von Umweltparametern dreier Nebengewässer der Amper“ 2021, dass „die Besatzmaßnahmen im Rahmen des AHPs erfolgreich waren“ und dass der „Nachweis dieser Fischart […] sowohl in Amper als auch Amperl in unterschiedlichen Altersklassen“ möglich war. Eventuell spielt hier die Lebensweise der Rutte eine entscheidende Rolle, so F. Göbl.

Rutten sind „nachtaktiv, tagsüber meist versteckt in Strukturen wie Totholz, Wurzelwerk oder Steinpackungen“. Die Fische seien, laut F. Göbl, so weniger durch fischfressende Raubvögel und andere Räuber gefährdet. Dies könne sich zusätzlich positiv auf die Entwicklung des Bestandes auswirken.

Der gute Bestand an Quappen spiegelt sich auch in den Fangstatistiken wider. Immer wieder werden Rutten in einer Größe von 60 bis 70 Zentimetern gefangen, obwohl nicht sehr viele Angler dieser nachtaktiven Fischart, die überwiegend in der kalten Jahreszeit gefangen wird, nachstellen.

Neben dem guten Bestand an Rutten konnte auch ein guter Bestand an Barben nachgewiesen werden. Ein positives Zeichen. Die Barbe ist der Leitfisch der nach ihr benannten Barbenregion, der die Amper als Gewässer zugerechnet wird. Inwieweit der Besatz an Nasen, Nerflingen und Huchen ausreichen wird, um eine diese Arten wieder vollständig in der Amper zu etablieren, werden weitere Untersuchungen in den kommenden Jahren zeigen.

Text: Boris Baumann
Fotos, Boris Baumann, Albert Linbrunner